Die Geschichte der O (Teil 1 / 3)

Die „Geschichte der O“ (französischer Originaltitel: Histoire d’O) erschien 1954 als erotischer Roman von Anne Desclos (auch bekannt als „Dominique Aury“). Anne Desclos veröffentliche die Geschichte unter dem Pseudonym Pauline Réage. Nicht nur aufgrund der detaillierten Darstellung weiblicher Unterwerfung wurde das Werk lange als ein Skandalbuch eingestuft. Jedoch übte dieses Buch auf die Entwicklung der erotischen Literatur einen großen Einfluss aus. Es ist sicher nicht übertrieben, wenn man dieses Buch als eines der bekanntesten sadomasochistischen Romane der Welt bezeichnet.

Inhalt

Die fügsame (unterwürfige/devote) O ist im wahren Leben eine erfolgreiche Pariser Modefotografin. Freiwillig und aus Liebe lässt sich von ihrem Geliebten René auf das abgeschiedene Schloss Roissy bringen. Das Schloss ist ein exklusives Privatanwesen in dem Frauen zu folgsamen Sklavinnen ausgebildet werden. Alle dort lebenden Frauen müssen sich widerstandslos dem Willen jedes Mannes unterwerfen und gefügig sowie lustvoll die Wünsche der Männer erfüllen. In diesem Schloss wird O aus Liebe zu René zu einer perfekten Sub bzw. Sklavin ausgebildet. Im Rahmen ihrer Ausbildung wird sie gefesselt, ausgepeitscht und gelehrt, jederzeit und für jeden sexuell verfügbar zu sein. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stimmt sie dem Wunsch Renés zu, vorübergehend bei dessen väterlichen Freund Sir Stephen zu wohnen und sich seinen Wünschen bedingungslos zu fügen. Sir Stephen erweist sich als noch dominanter als René; O verliebt sich in ihn. Zum Beweis dieser Liebe unterzieht sie sich einer weiteren, noch strengeren Ausbildung in einem ausschließlich von Frauen bewohnten und geleiteten Anwesen namens Samois. Dort willigt sie unter anderem ein, Brandmale am Gesäß sowie Ringe an den Schamlippen als endgültige Zeichen ihrer Unterwürfigkeit zu erhalten.

Das Buch enthält den Hinweis auf ein gestrichenes Schlusskapitel. Darin kehrt O nach Roissy zurück und wird dort von Sir Stephen verlassen. In einer Alternativversion wünscht sich O – als sie sieht, dass Sir Stephen sie verlassen wird – ihren Tod, und Sir Stephen erteilt seine Zustimmung. Tatsächlich verfasste die Autorin 1969 das Kapitel „Rückkehr nach Roissy“.

Rückkehr nach Roissy“ stellt eine Fortsetzung der „Geschichte der O“ dar und ist in den neueren Ausgaben des Romans meist als Anhang beigefügt. Darin wird O erneut in das Schloss gebracht. Am Schluss erscheint die Polizei, die Sir Stephen wegen Mordes sucht. O wird anschließend von der Leiterin erklärt, sie sei nun frei; so sie wolle, könne sie jedoch auch bleiben. Die Autorin merkte dazu an, die Seiten seien „bewusst ein Abstieg, und sie dürfen niemals in die Geschichte der O einbezogen werden“.

Verfilmungen

Der französische Regisseur Henri-Georges Clouzot plante jahrelang eine filmische Umsetzung des Stoffs ohne das Projekt jemals zu realisieren. Die Verfilmung „Die Geschichte der O“ im Jahre 1975 von Just Jaeckin (u.a. bekannt durch seinen 1974 veröffentlichten ersten Erotikfilm „Emmanuelle“) mit Corinne Cléry (O), Udo Kier (René) und Anthony Steel (Sir Stephen) ist ein Klassiker ihres Genres. Einige Handlungsstränge und das Ende der literarischen Vorlage wurden sehr stark verändert. In Großbritannien war der Film durch das British Board of Film Censors bis zum Februar 2000 verboten

Quellennachweise:

Bezugsquellen:

Geschichte der O und Rückkehr nach Roissy

Geschichte der O – Das Original – Uncut [Blu-ray]

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